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Narbonne in Südfrankreich
Gestaltung in Haus und Garten
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Wohnen - Gestalten - Kunst - Umwelt - Kultur - Geschichte



Der Mensch zeichnet sich aus durch einen fortwährenden Eingriff in seine natürliche Umwelt. Dies mag auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär klingen, aber von wenigen Naturvölkern abgesehen, ist dieser Eingriff seit jeher so intensiv und nachhaltig, dass fast aus jeder Epoche der Menschheitsgeschichte Zeugnisse dieser Eigenart erhalten sind.


Felshöhle im Kalkstein



Bereits in Vor- und Frühgeschichtlicher Zeit schufen Menschen Dinge, dernen Zuordnung oft nur in fliessenden Übergängen erfolgen kann. Von Behausungen über Gegenstände, die dem Gebrauch dienten bis zu religiös motivierten Dingen oder Gebrauchs- bzw. Ausdruckskunst - in jeder Epoche der Menschheit entstanden Gegenstände von mehr oder weniger nachvollziehbarer Nützlichkeit.

Naturfestung, Oppidum aus Vorchristlicher Zeit

Waren es zunächst wohl nur Veränderungen im direkten Lebensumfeld, die wir aus heutiger Sicht als marginal werten, z.B. in Form der Anpassung einer bestehenden natürlichen Gegebenheit, die sich als Behausung oder als Schutz eignete, so wurden insbesondere im Bereich der Schutzbehausungen diese aktiven Eingriffe immer umfangreicher bis zur eigentlichen Bautätigkeit.

Felsbebauung

Die Notwendigkeit der Schaffung von geschützten Räumlichkeiten ist eng mit der Entwicklung der gesamten Zivilisation verbunden. Schon die frühesten Nachweise menschlichen Aufenthalts sind genau genommen Architektur. Bereits vor der Sesshaftwerdung von Menschen wurden Bereiche der Lebensumgebung nicht nur nach Kriterien der Nutzbarkeit verändert. Mit dem Ausdruck der Kreativität in auch durchaus sinnfreien Veränderungen an diesem Umfeld hatte der Mensch die Kunst entdeckt.

Megalithkulturen errichteten Dolmen

Die Zusammenführung von Kunst und Architektur erfolgte von Anbeginn der Menschheit, wenngleich bestimmt keiner unserer Vorfahren dieser Zeit auf die Idee gekommen wäre, ein so umfangreiches und oft schwer nachvollziehbares Vokabular für diese recht einfache Tatsache zu entwickeln, sodass es für ganze Wissenschaften reicht. Architektur und Kunst fanden immer statt, auch ohne es so zu nennen. Insbesondere Alltags- und Gebrauchskunst, wird oft erst viel später als solche bezeichnet.


Ausgrabung einer Römerstrasse


Selbst geplante Gebrauchskunst, wie man sie heute als "Design" bezeichnen würde, kann man dem frühen Menschen unterstellen. Nicht immer ist nachvollziehbar, welcher Gebrauchszweck hinter einer bestimmten Kreation stecken sollte. Vieles erklärt sich mit rituellem Hintergrund, gesellschaftlichen Besondereheiten der Epoche oder religiöser Motivation. Einfacher ist dies bei Gegenständen der Kategorie "form follows function" - der wohl häufigsten Form von Alltagsdesign.



Reste einer Römerbrücke

Mit fortschreitender Zivilisation traten besonders in Zeiten hoher gesellschaftlicher Organisation die Funktionalität bezüglich der Grundbedürfnisse zurück und gaben Raum für repräsentative Bauten, deren Zweck oftmals nur in der Demonstration der eigenen gesellschaftlichen Stellung der "Erbauer" bestand. Zu diesen Repräsentationsbauten können je nach Mut des Betrachters zur Respektlosigkeit besonders die Sakralbauten zählen.

Der Dom zu Metz in Lothringen

Abgehoben von jeglichem direkten Nutzen der jeweiligen Anhängerschaft waren es besonders die religiösen Gruppen der Gesellschaft, die wahre Bollwerke gegen das Vergessen initialisierten und vom untergebenen Volk schaffen liessen. Vielerorts wurde so anstelle einer allgemeinen Teilhabe an naturgegebenen Reichtümern ganzer Siedlungsgebiete der Schaffung von Monumentalbauten der Vorzug gegeben.
schloss
Gerne werden im Rückblick einige Gesellschaften mit dem schmeichelnden Begriff der Hochkultur bedacht, ohne zu berücksichtigen, dass die heute noch verbliebenen Artefakte oft nur wenig mit der eigentlichen Bevölkerung zu tun hatten. Der verklärende Blick auf vergangene Kulturen ergibt sich aus dem Umstand, dass die Mehrheit in einer Kulturgesellschaft meist keine Spuren hinterlässt, deren wahre Lebensumstände also kaum nachvollziehbar sind.
tempel
Dies zu veranschaulichen, bedarf es keiner weiten Reise. Bereits im eigenen Kulturkreis Europas finden sich allerorts vielbewunderte Zeugnisse der Vergangenheit, deren Aussagekraft sich nur auf das gesellschaftliche Leben kleiner Kreise beschränkt. Besonders die erhaltenen architektonischen Meilensteine Europäischer Geschichte täuschen gerne über die Tatsache hinweg, dass die Bevölkerung in den jeweiligen Zeiten absolut keinen Nutzen aus ihrer Leistung zog, diese also nur einer sehr kleinen Elite der Gesellschaft zugute kam.



EU
Das Schwelgen vieler Besucher in der Bewunderung alter dynastischer Prachtanwesen und Sakralbauten spricht Hohn gegenüber der breiten Bevölkerung seiner Zeit. Dennoch sitzen auch wir in Bezug auf derlei Kritik im Glashaus - den Glaspalästen der Moderne und der Gegenwart, in denen schon wieder eine kleine Elite danach trachtet, mittels der Arbeitsleistung ihrer Untergebenen, Monumente der Unvergänglichkeit Ihrer eigenen Existenz zu schaffen.
...Brüssel lässt grüssen..



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