Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte, insbesondere die extrem verringerten Arbeitszeiten, führten über die Zeit zu immer längeren Aufenthaltszeiten in unserem Wohnumfeld. War die Wohnung vor wenigen Jahrzehnten noch der Aufenthaltsort zwischen den Arbeitszeiten, so ist sie heute ein wichtiger Lebensmittelpunkt. Wohnen bedeutet schon seit Urzeiten, seine Umgebung zu schaffen und zu gestalten. |
pro-arts.info Die Gestaltung der Wohnräume nimmt daher einen hohen Stellenwert in unserem Leben ein. Diesen Raum sinnvoll und harmonisch zu gestalten, ist für unsere Lebensqualität von hoher Bedeutung. Auf eine Lebensspanne gerechnet, arbeiten wir heute im Durchschnitt nur noch ca. 2 Stunden pro Tag, der Rest des Tages ist Freizeit, die wir zum überwiegenden Teil zu Hause verbringen. |
|||
Die Technisierung im Haushalt begann aus heutiger Sicht betrachtet sehr zaghaft. Über Generationen hatten sich die mehr oder weniger gleichen Haushaltsgegenstände als wesentlicher Bestandteil erhalten. Haushaltsgeräte waren in der Regel handbetrieben und beschränkten sich stets mechanische Kleinmaschinen. Selbst in der Gastronomie wurde alles mit viel Handarbeit zubereitet. |
Die Austattung mit technischen Geräten beschränkten sich meist auf Herde, Wasserkocher und bestenfalls Kühlgeräte, die den Einsatz von Stangeneis im Kühlkeller ablösten. Maschinenbau |
Erfunden wurde die revolutionäre künstiliche Kühlung in der Mitte des 18. Jahrhunderts. In den Jahren ab 1830 kamen Luftkompressoren auf, und um 1860 kam bereits Ammoniak zum Einsatz. Ab 1920 kamen die moderneren Kältemittel, und ab nun verbreitete sich der Kühlschrank als das wohl wichtigste der frühen Haushaltsmaschinen zunächst in Amerika und ab den 1930er Jahren auch in Europa. |
||
Wohnkultur ist immer ein Spiegel der Zeit. Heimatmuseen geben einen guten Einblick in die Art des Wohnens und in die Architektur der vergangenen Jahrhunderte. Heutige Wohnwelten lassen sich in den zahlreichen Möbelhäusern erkunden. Dort finden sich auch die vielen Accessoires, die den besonderen Charakter jeder Epoche widerspiegeln. Materialien im Haushalt Stoffe, Textilien, Utensilien Damast |
Wohnbereiche wurden besonders im Laufe der letzten Generationen immer komfortabler und anspruchsvoller, auch in Bezug auf den Anspruch an die Grösse des Wohnraums. Handwerklich anspruchsvoll produzierte Haushaltsgegenstände und Materialien sind eher selten geworden. Haushalte werden dominiert von hoher Quantität an Billigprodukten, immer häufiger aus fernöstlicher Produktion, ganz gleich, welche Qualität sie aufweisen. Qualitativ hochwertige und langlebige Kleingeräte oder Möbelstücke sind selten. Auf dem Vormarsch sind seit Jahren billige Wegwerfprodukte, deren Verwendungsdauer sich bestenfalls mit der gesetzlichen Garantiefrist deckt. |
Edle Naturhölzer und Natursteine im Wohnbereich verdeutlichen den gestiegenen stilistischen Anspruch. Technisch hochgerüstete Wohnungen verfügen neben vielen weiteren Ausstattungen über allerlei meist elektrisch betriebene Küchen- und Haushaltsgeräte, komfortable Heizungen, luxuriöse Bäder, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. |
||
Den Traum vom Bauen zu realisieren, kann zur Lebensaufgabe werden, besonders dann, wenn die Vorstellungen bezüglich des geplanten Eigenheimes sich an den medial propagierten Vorbildern orientieren. So orientieren sich Bauwillige gerne an den Traumhäusern der virtuellen vermeintlichen Realitäten aus TV-Serien, und glauben, das Glück der Welt nur zu finden, wenn das eigene Heim weitgehendst diesen Vorbildern entspricht. |
Nicht zuletzt sind es die überzogenen Vorstellungen von ausreichender Wohnfläche, die uns die ökologischen Probleme unserer Zeit bescheren. Das beheizte Schwimmbad, die Sauna oder der Wirlpool sind ebenso Energiefresser wie hochherrschaftliche Raumhöhen, viel zu grosse Bäder oder die fast schon typische 4-Zimmer-Wohnung für zwei Personen. Die Verwendung hochentwickelter Baustoffe kann Energie sparen. |
Bauwerke nach heutigem technischen Standard benötigen nur noch einen Bruchteil der Heizenergie, verglichen mit Gebäuden des letzten Jahrhunderts. Energetische Sanierung oder Ökologisches Bauen verlieren ihren Sinn, wenn die Energieeinsparungen zwar pro Quadratmeter gesehen durchaus ansehnlich sind, aber durch eine Vervielfachung der Wohnfläche kompensiert werden. |
||
|